Noch viel zu tun!

Bericht zu den Grünen Frauenkampfwochen

Seit unserer Gründung kämpfen wir Grüne für Frauen und ihre Rechte, für Gleichberechtigung und Gleichstellung. Obwohl die Frauenbewegung bereits viel erkämpft hat, haben Frauen auch 2019 noch nicht viel Grund zu feiern. Gleiche Bezahlung, die Hälfte der Plätze in Gremien und Parlamenten, Schutz vor Sexismus und Gewalt, von all dem sind wir noch weit entfernt. Deshalb hat die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Berlin in diesem Jahr vom 1. Februar bis zum 28. März die Grünen Frauenkampfwochen ausgerufen.

Wir haben Fachgespräche veranstaltet, sind auf die Straße gegangen und haben frauenpolitische Projekte besucht. Hier berichte ich von meinen Aktivitäten in diesen Wochen.

Engagement würdigen

Den Auftakt machte die Verleihung des Hatun-Sürücü-Preises, bei der ich die Begrüßungsrede halten durfte. Mit diesem Preis ehrt unsere Fraktion jedes Jahr Einzelpersonen, Initiativen oder Organisationen aus Berlin, die sich für Mädchen und junge Frauen einsetzen. Benannt ist er nach Hatun Sürücü, einer jungen Frau, die gegen alle Widerstände das Leben führte, das sie führen wollte, bis sie von einem ihrer Brüder auf offener Straße ermordet wurde.

„Die Hatun-Sürücü-Preisverleihung ist für mich immer eine besondere Veranstaltung, die mir Hoffnung gibt. Denn eins ist mit Blick in diesen Saal klar: Egal wie düster einem manchmal die Gegenwart erscheinen mag, die Zukunft in Berlin und hoffentlich bald auch überall, die ist auf jeden Fall feministisch.“

Aus meiner Begrüßungsrede zur Preisverleihung
Hier ist der Livestream zur Preisverleihung. Meine Rede beginnt bei 3:48 Minuten.

Die Hälfte von allem für Frauen

Dass die Zukunft feministisch ist, darauf ließ auch der 8. März hoffen. Der Frauenkampftag war dieses Jahr in Berlin zum ersten Mal Feiertag. Warum wir trotzdem auf die Straße gegangen sind, habe ich hier aufgeschrieben:

Vor der großen Demo am Alexanderplatz machten wir mit einer Aktion darauf aufmerksam, dass Frauen in Berlin sowohl im Parlament als auch im Stadtbild unterrepräsentiert sind. Wir benannten eine Straße nach Margarete Poehlmann, der ersten Rednerin in der Preußischen Landesversammlung. Mit der Aktion warben wir für unsere Forderung nach einem Paritätsgesetz für Berlin, das eine ausgeglichene Besetzung von Wahllisten zwischen Frauen und Männern vorschreibt.

Berlin – Stadt der Frauen

Während der Frauenkampfwochen habe ich Projekte und Initiativen besucht, die Berlinerinnen ein Angebot machen. All die Ehren- und Hauptamtlichen, die Frauen beraten, unterstützen, helfen und für ihre Rechte kämpfen, machen Berlin zur Stadt der Frauen. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht ihnen dabei den Rücken zu stärken. Im März durfte ich folgende Angebote besuchen. Weitere werden folgen.

Das Projekt „Selbstverteidigungskurs mit Worten“

„Selbstverteidigungskurs mit Worten“ ist ein Projekt der Regionalen Arbeitstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) e.V., das jungen Mädchen und Frauen einen Raum zur Besprechung, Vernetzung und Organisation bietet. Gemeinsam und selbst organisiert unterstützen sie sich als Gruppe im Umgang mit Diskriminierungen und Mobbing. Aus den gemeinsamen Erfahrungen ist auch ein Buch entstanden: Wir sind Heldinnen – Unsere Geschichten erzählt und visualisiert Diskriminierungserfahrungen.

Evas Haltestelle – Tagesstätte für obdach- und wohnungslose Frauen

Bei Evas Haltestelle in Mitte durfte ich beim „Besonderen Frühstück“ helfen und die Einrichtung kennenlernen. Hier können obdach- und wohnungslose Frauen sich beraten lassen, eine Postadresse bekommen, duschen und es gibt 20 Notschlafplätze. Hier finden sie ein Stück Geborgenheit in einem Leben voll Unsicherheiten.

Solche frauenspezifischen Angebote sind enorm wichtig, denn obdach- und wohnungslose Frauen bleiben oft unsichtbar und haben mit besonderen Schwierigkeiten zu kämpfen. Unter Rot-Rot-Grün werden endlich auch ihre speziellen Bedarfe in den Blick genommen. In Mitte hat die Grüne Fraktion erheblich dazu beigetragen, dass Evas Haltestelle nach der Kündigung im letzten Jahr neue Räumlichkeiten finden und ihr Angebot ausbauen konnte. Auf Grüne Initiative hin wird das Projekt hoffentlich bald auch eine weitere Sozialarbeiter*innenstelle bekommen.

Das Familienplanungszentrum Balance

Das Familienplanungszentrum Balance stärkt mit seiner Arbeit das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Es berät zur Sexualpädagogik, Familienplanung, Sexualität und Partnerschaft und bietet medizinische Hilfe im Bereich der Frauengesundheit und Familienplanung. Medinzisch werden vor allem illegalisierte Frauen und Frauen mit Beeinträchtigungen beraten und unterstützt, also jene Gruppen, die sonst nur schwer oder gar keine Unterstützung bekommen. Es nimmt mit seiner Arbeit auch die Gruppen und Menschen in den Blick, die sonst leicht in Vergessenheit geraten. Berlinweit werden hier außerdem die meisten Schulklassen beraten und informiert.

Banden bilden und übereinander sprechen

Bei Facebook habe ich die Frauenkampfwochen genutzt, um auf das Engagement mutiger und herausragender Frauen aufmerksam zu machen. Denn Vorbilder und Heldinnen gibt es überall! Hier eine kleine Auswahl:

Girls‘ Day: Mädchen empowern

Den Abschluss der Frauenkampfwochen bildete der Girls‘ Day, an dem Mädchen allerhand Berufe anschauen können. Auch die Grüne Fraktion lädt jedes Jahr ins Abgeordnetenhaus ein. Zum Frühstück haben Silke Gebel und ich den Mädchen Einblicke in unseren Beruf der Fraktionsvorsitzenden gegeben. Es ist immer wieder toll zu sehen wie engagiert und politisch junge Menschen sind. Sie haben Bock mit zu gestalten!

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